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Doppelt so schnell surfen mit SPDY  

 

29.11.2009

Bei SPDY, ausgesprochen wie das englische Wort "speedy", handelt es sich um ein von Google-Mitarbeitern entwickeltes Protokoll auf Anwendungsebene. Es soll das bisher eingesetzte HTTP-Protokoll ersetzen und dessen Nachteile beim Aufruf von Webseiten kompensieren.



Beim Laden einer Seite per HTTP sind meist mehrere TCP-Verbindungen notwendig. Zuerst lädt der Browser die Seite, wertet sie aus und lädt z. B. benötigte Bilder und Stylesheets später nach. Das führt zu Verzögerungen, da der Verbindungsaufbau jedes Mal etwas Zeit benötigt. Da Anfragen ausschließlich vom Client ausgelöst werden kann der Server auch nicht "vorausschauend" die später noch benötigten Daten mitsenden. Außerdem sind die Header der übertragenen Daten unkomprimiert. Die Daten selbst werden oft nur optional komprimiert.

Mit SPDY soll es möglich werden, die Ladezeit für eine Seite um 50% zu reduzieren und die zur Verfügung stehende Bandbreite optimal zu nutzen. Durch die Kompatibilität zu bestehender Infrastruktur und darunter liegenden Protokollen wird der Einführungsaufwand begrenzt. Beispielsweise werden das Anfrage-Konzept und die Methodennamen von HTTP beibehalten. Auch bestehende Formate, wie HTML, CSS oder Binärdaten können wie bisher
ausgetauscht werden.

Von Google wurde bereits ein Prototyp aus Browser-Client, Server und Testumgebung umgesetzt, dieser unterstützt Datenströme im Multiplex über nur eine TCP-Verbindung. Dabei erfolgt eine Priorisierung einzelner Datenströme in Verbindung mit der Header-Komprimierung. Der Austausch von Daten erfolgt bidirektional, so dass der Server eigenständig Daten senden oder Daten zum Download vorschlagen kann.

Selbst bei einer Datenverlustrate von mehreren Prozent wird die verfügbare Bandbreite besser als bei HTTP ausgenutzt. Durch die Kompression der Anfrage-Header von 88% ist SPDY besonders für asymmetrische Breitbandverbindungen interessant. Je nach Anwendungsfall ist ein Geschwindigkeitszuwachs bis über 60% realisierbar.

Die weitere Forschung beschäftigt sich mit Domain-übergreifenden Anfragen, dem SSL-Tuning beim Verbindungsaufbau und dem Test des Prototypen, um weitere Anwendungsfälle abzudecken und aussagekräftige Ergebnisse für praxisrelevante Anwendungsszenarien zu erhalten. Insbesondere soll die "Intelligenz" des Servers zur Abschätzung, welche Daten der Client vorab gebrauchen kann, gesteigert werden.

Weitere Informationen und Quellen:
SPDY: An experimental protocol for a faster web
GameStar: SPDY statt HTTP - Google macht das Web schneller"
heise.de: "Googles SPDY soll das Web beschleunigen"
Golem: "SPDY soll das Web doppelt so schnell machen"

NH