IPv6 erstmals in Europa für Kunden verfügbar
04.05.2010
Der niederländische DSL-Provider XS4ALL macht IPv6 als erster für Endkunden in Europa verfügbar. Das neue Protokoll wird im breiten Standardeinsatz für einige ausgewählte Kunden vorkonfiguriert und läuft auf der Fritz!Box Fon WLAN 7270 und Fritz!Box Fon WLAN 7570 des Herstellers AVM. Die DSL-Router bieten dabei auch die Möglichkeit, IPv6 und IPv4 parallel im Dual-Stack-Modus zu betreiben.
Für normale User ändert sich durch den Einsatz von IPv6 nicht viel. Die neue, längere IP-Adresse identifiziert das Gerät weiterhin eindeutig im Netzwerk. Für jeden DSL-Anschluss wird zukünftig aber ein gesamter Adressbereich und nicht nur eine einzelne IP-Adresse zur Verfügung stehen. Damit sind internetfähige Geräte dann direkter und schneller in das Heimnetzwerk eingebunden, eine komplizierte Einrichtung des Routings entfällt. Zudem bietet das neue Protokoll IPv6 ein umfassenden Konzept für die Sicherung durch Firewalls und eine Priorisierung der Datenpakete.
Ende der 90er Jahre wurde IPv6 entwickelt, um dem Problem der knappen Adressen zu entgehen. IPv4 bietet nur einen theoretischen Adressraum von etwas über 4 Milliarden IP-Adressen, wovon aber praktisch nicht alle genutzt werden können. Mit IPv6 sind theoretisch rund 340 Sextillionen Adressen möglich.
Der Internetdiensteanbieter XS4ALL mit Sitz in Amsterdam ist bekannt für Innovationen. Hervorgegangen aus der Hackerorganisation Hack-Tic ist er heute in den Niederlanden mit fast 300.000 Kunden ein bedeutender Zugangsprovider. Zuletzt wurde XS4ALL in Deutschland durch Gerichtsverfahren mit der Generalbundesanwaltschaft und der Deutschen Bahn bekannt.
Weitere Quellen:
Hintergründe zu IPv6 bei Wikipedia
AVM.de: FRITZ!Box mit nativem IPv6 erstmals im Standardeinsatz
Website von XS4ALL: Kunden testen IPv6 (niederländisch)
XS4ALL bei Wikipedia

