Leistungsverstärker für UMTS aus Dresden
16.02.2010
Moderne, leistungsfähige UMTS-Handys mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten sind oft regelrechte Stromfresser. Dadurch ist entweder die Betriebsdauer eingeschränkt oder die Geräte sind groß und unhandlich. Diesem Problem hat sich Falk Haßler, Diplomand des Lehrstuhls für Schaltungstechnik und Netzwerktheorie der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU Dresden, angenommen.
Durch eine intelligente Leistungsregelung wird es möglich, den durchschnittlichen Wirkungsgrad von Leistungsverstärkern zu verbessern. Mit einer sehr schnellen Schaltung können Änderungen auf dem Signallevel präziser gesteuert werden, so dass man von einer Verdoppelung des Wirkungsgrades ausgehen kann. Das zu Grunde liegende Konzept wurde dabei nicht nur theoretisch in Haßlers Diplomarbeit ausgearbeitet, sondern sogar bereits in Praxistext für den UMTS-Standard bestätigt. Ein spezieller Chip wurde von Haßler selbst entworfen und anschließend mit einem Standardmodul getestet, was eine direkte Messung aller relevanten Werte ermöglichte.
Diese Ergebnisse sind nicht nur von wissenschaftlicher, sondern auch von immenser praktischer Bedeutung, entfällt doch ein Drittel des Stromverbrauchs eines Handys derzeit auf den Leistungsverstärker. Die neuartige Schaltung kann auch noch bei sehr hohen Datenraten einen deutlich geringeren Stromverbrauch bewirken. Damit verlängert sich die Akkulaufzeit schätzungsweise um 20 Prozent .
Die Entwicklung wurde im Rahmen des Forschungsprojekts "Cool Silicon", durch die Spitzencluster-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.
Weitere Informationen:
- Silicon Saxony: Coole UMTS-Leistungsverstärker aus Dresden
- sms77: Smartphones: Energie sparen mit neuer Leistungsregelung?
- idw: Geiz ist geil - auch für UMTS-Leistungsverstärker
- heute.de: Stromfresser Mobilfunk - Forscher suchen Lösung

