Polizei im Internet abgehängt
27.07.2010
Stellen Sie sich folgende Szene vor: Die Bankräuber fliehen im Sportwagen und die Polizei setzt in einer wilden Verfolgungsjagd mit Mopeds nach. Was wie billiger Klamauk klingt ist bei der Schleswig-Holsteiner Polizei zumindest im virtuellen Raum Realität. Einem Bericht des NDR zufolge besitzen lediglich 200 von über 5.400 Computer-Arbeitsplätzen einen Breitband-Anschluss. In Lübeck beispielsweise ist es nur jeder 40zigste (!) Rechner, in Flensburg und Kiel sieht es ähnlich verheerend aus.
Bei so viel Sparsamkeit am falschen Fleck lachen sich Verbrecher ins Fäustchen. Während die Zahl der Straftaten im Netz weiterhin zunimmt, beträgt die Aufklärungsquote nur etwas mehr als ein Drittel. Sicherlich ist es sinnvoll, PCs für die Polizeiarbeit und die Internet-Recherche zu trennen und auch nicht jeder PC-Arbeitsplatz bei der Polizei benötigt einen Breitband-Anschluss. Aber wenn es kaum Dienststellen gibt, die überhaupt Recherchen im Internet durchführen können, wird sich an der zu geringen Aufklärungsquote auch in Zukunft nichts ändern. Immerhin hat das Innenministerium angekündigt, sich der Problematik anzunehmen. Nach der Sommerpause.

