Telekom testet VDSL mit bis zu 100Mbit/s
26.01.2012
Glasfasernetze erlauben ein Surfen im Highspeed-Internet mit weit mehr als 100 Mbit/s. Allerdings ist der Ausbau dieser Netze extrem kostspielig. Daher begrenzt er sich momentan auf Großstädte und Ballungsgebiete. Auch die Deutsche Telekom, deren Anteil am DSL Markt immerhin fast 50 % beträgt, kann die Renovation nicht allein meistern.
Die logische Konsequenz ist ein wachsendes Zusammenwirken größerer und kleinerer Provider. So ist es folgerichtig, dass der Konzern seit Mitte Januar zum ersten Mal die Glasfaserleitungen eines Konkurrenten nutzt. Die Telekom hat mit dem Kölner Netzbetreiber NetCologne eine VDSL - Netzkooperation geschlossen. Die zwei Unternehmen möchten zur Verwirklichung schneller Internetanschlüsse eine gegenseitige Nutzung der Netze möglich machen.
Die Frage ist aber, ob beide Parteien von der Zusammenarbeit profitieren. Dazu erläutert Telekom-Sprecher Philipp Blank: "Durch die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur wird der Ausbau wirtschaftlicher, weil die Netze so besser ausgelastet werden". Außerdem meint Blank: "Davon können in Zukunft auch Kunden in noch nicht so gut versorgten Gebieten profitieren". Ergo gibt es für alle Seiten Vorteile. Somit könnte die im Januar bekannt gegebene Netzkooperation der Beginn ähnlicher Unterfangen mit anderen Partnern sein. "Wir sind grundsätzlich offen für alle Formen der Zusammenarbeit mit Wettbewerbern, Gemeinden und auch Stadtwerken", bekräftigt der Telekom-Sprecher die Gesprächsbereitschaft des Bonner Konzerns.
Es bleibt aber der Druck zum Ausbau eigener Netze. Der wird auch durch stärkere Zusammenarbeit der Anbieter kaum verringert. Aber der Ausbau komme auch nicht ins Erlahmen. "Im Gegenteil, der Breitbandausbau wird dadurch schneller wirtschaftlich. Durch Kooperationen können Synergien beim Aufbau neuer Glasfasernetze genutzt und die Investitionskosten besser verteilt werden" meint Blank.
Besonders durch die Nutzung von vorhandenen Kabelkanälen ließen sich Tiefbaukosten vermindern. So rechnet die Telekom auch künftig vorrangig mit Kooperationen, will aber den eigenen Netzausbau nicht vernachlässigen. Der Telekomsprecher meint: "Wir werden beim Glasfaserausbau aber nicht einfach die Infrastruktur errichten und hinterher sehen, ob wir Kunden gewinnen". Es sollten bestimmte Bedingungen erfüllt sein. So sollten im geplanten Ausbaugebiet für mindestens 80 Prozent der Wohnungen Eigentümererklärungen der Hausbesitzer vorliegen, dass diese mit dem Anschluss der Immobilie einverstanden sind. Zudem wünscht sich die Telekom von mindestens zehn Prozent der Kunden Vorbestellungen für die schnellen Internetanschlüsse.
In Kooperationen mit Kommunen werden vom Konzern auch Lösungen mit VDSL angeboten. Zudem werden derzeit Technologien getestet, mit denen sich auch über VDSL Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erreichen lassen. Dazu werde auch das sogenannte Vectoring in Betracht gezogen. Damit lassen sich auch über Kupferkabel höhere Bandbreiten verwirklichen. Für die Einführung dieser Technologie gibt es jedoch noch keine konkreten Planungen.

