Verfallsdatum für Nutzerbeiträge im Internet
19.07.2010
"Das Internet vergisst nichts." Diesen Satz sollte sich jeder vor Augen halten, der persönliche Daten, Fotos oder Videos im Internet veröffentlicht oder auf Social Networking Plattformen wie Facebook oder StudiVZ veröffentlicht. Noch nach Jahren können freimütige Nutzerkommentare oder feucht-fröhliche Partyfotos einem Bewerbungsgespräch eine zwar unterhaltsame, aber meist wenig karriereförderliche Wendung verleihen.
An einem besseren Schutz solcher Daten arbeitet der Saarbrücker Informatik-Professor Michael Backes. Er versieht Informationen sozusagen mit einem Verfallsdatum. Bevor eine Information im Internet veröffentlicht wird, wird sie verschlüsselt und der zugehörige Schlüssel bei einer vertrauenswürdigen Stelle hinterlegt.
Beim Lesen der Information wird diese im Hinterrund und ohne größere Komforteinbußen für den Nutzer mittels eines Browser-Plugins entschlüsselt. Durch sogenannte Captchas wird verhindert, dass Suchmaschinen diese Information indexieren und archivieren.
Wird der hinterlegte Schlüssel nach einer vorher festgelegten Frist zerstört, so wird auch der Beitrag unlesbar. Wurden die verschlüsselten Informationen vorher nicht kopiert und an anderer Stelle veröffentlicht, sind sie ab diesem Zeitpunkt für niemanden mehr sichtbar. Damit kann einem Nutzer zumindest etwas Kontrolle über seine Daten zurückgegeben werden.
Ab Juli 2010 soll ein erster Prototyp als Firefox-Plugin verfügbar sein.
Weitere Infos:
Financial Times Deutschland: "Forscher entwickeln digitalen Radiergummi" (15.07.2010)

